blei statt wasserballast

blei statt wasserballast

Beitragvon segelklaus2 » Freitag 16. November 2018, 18:58

hallo Mitstreiter,
heute hab ich meinen Wasserballasttank von oben geöffnet, der bereits vom Vor-voreigner trockengelegt wurde und laut der Informationen vom Voreigner mit Beton vergossen war. Ich wollte im hinteren Teil etwas Beton entnehmen, um den Längstrimm zu verbessern. Der Messeboden war original, direkt am Niedergang ist ein Inspektionluk eingebaut.
Nachdem ich nun ca. 5-10 cm Beton entfernt habe, finde ich Blei - allerdings in einer Form, wie man es nicht nachträglich einbringen kann. Der höchste Punkt ist zum Kielkasten hin, danach zur Plicht abfallend. :?

Ich frage mich nun, hat Dehler da mal (vielleicht auf speziellen Wunsch) eine besonders stäbiges Boot gebaut, oder wie erklärt ihr das???
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon Uli » Freitag 16. November 2018, 20:52

Hallo,
das ist für mich mit 20 Jahren Dehlya-Erfahrung das verrückteste Foto das ich je gesehen habe. Es gehört in die Rubrik Gruselfotos bei der Dehlya.
Ich frage mich wie der Vorvoreigner das Blei dort so eingearbeitet hat. Heiss reingiessen geht ja wohl nicht, dann verbrennt das GFK.
Ich bin ja ein überzeugter Verfechter des trockengelegten Ballasttanks, aber...…. gänzlich ohne zusätzlichen Ballast. So habe ich meine Dehlya von 2008 bis zum Verkauf Ende 2013 gesegelt und es war top. Ohne Wasserballast und ohne Innenballast hat sich das Boot mit dem Heck nicht mehr festgefressen und war deutlich agiler, ohne dabei rank zu sein.
Wenn schon Ballast, dann sollte er entnehmbar sein. Das ist er bei dir nicht. Was machst du, wenn du mal ein harte Grundberührung hast und der Kiel in den Kielkasten rammt. Dann wir das Boot an dieser Stelle undicht, ist ja ein Klassiker bei der Dehlya. Bei deiner Konstruktion läuft dann Wasser zwischen den Ballast und die Aussenhaut was so gut wie nicht wegtrocknen kann. Osmose ist vorprogrammiert.
Ey ey ey, Dein Vorvoreigner hätte besser die Finger davon gelassen.
Entschuldigung, ich will dich nicht ärgern, aber die Sache wäre für mich ein "No go".

Viele Grüsse
Uli
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon kabel69 » Sonntag 18. November 2018, 21:27

Hallo,

also soviel ich weiß, hat Dehler nie den Kiel mit Blei ausgegossen. Dann entferne doch nur den Beton zur Plicht hin, vielleicht reicht das für einen besseren Längstrimm schon aus. Viel mehr würde mich aber der großflächig geöffnete Salonboden beunruhigen, der ja eingentlich dicht sein muss.

Gruß, Gerald
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon segelklaus2 » Montag 19. November 2018, 17:47

danke für die antworten. elekromeißel ist schon organisiert. ich seh das auch so, der achtere teil muss zumindest raus. mal sehen wie weit ich komme. lieber hätt ich alles raus. dann könnte ich selbst bestimmen, wieviel ballast und wohin er kommt. ich werde dann nur blei verwenden. ich werde berichten....
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon kabel69 » Dienstag 20. November 2018, 07:50

Hallo,

das Blei könntest du versuchen schichtweise per Hand (mit kleinen Schlägen) herauszumeißeln. Ist ja ein ziemlich weiches Material.

Viel Erfolg.
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon Uli » Dienstag 20. November 2018, 11:48

Hallo,
denke an Atemschutz und dichte Handschuhe. Blei ist giftig!!

Viele Grüsse
Uli
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon segelklaus2 » Donnerstag 22. November 2018, 06:24

ich hab die obere schicht bis zum kielbrunnen vom beton befreit. (20 kg) im kielbrunnen ist jetzt nur noch blei, harz und betonreste. das bleibt jetzt so, für die kommende saison. nun konnte ich auch sehen, dass sie bleirohre von hinten aus dem leeren motorraum eingeschoben wurden :idea:
übrigens: sind die motorräume bei der 22er immer stauräume, oder gibt es auch 22 er mit einbaumotor?
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon segelklaus2 » Donnerstag 22. November 2018, 17:54

ne frage an kabel 69:

Zitat von Dir: "Viel mehr würde mich aber der großflächig geöffnete Salonboden beunruhigen, der ja eingentlich dicht sein muss"
wieso meinst du das? ohne wasseballast dachte ich ist ein zugängiger Kielbrunnen doch besser??
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon Uli » Donnerstag 22. November 2018, 20:43

Hallo,
ganz einfach.....
bei vielen Dehlyas ist die Naht zwischen Kielkasten und Wasserballasttank undicht. Das ist, solange man mit Wasserballst segelt, auch nicht schlimm. Das Wasser läuft halt nur in den Wasserballasttank.
Wenn hier aber der Naht undicht ist, dann läuft dir das Boot voll.
Wie ich 2008 bei Theo Kordt meinen Ballasttank habe verschliessen lassen hat Theo Kordt alle Nähte im Kielkasten überlaminiert. Nur so war es dicht. Ausserdem hat er mir die klare Warnung gegeben, nach jeder Grundberührung (und das passiert in Holland öfter) immer sofort nachzuschauen, ob Wasser in den trockengelegten Ballasttank läuft.

Viele Grüsse
Uli
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Re: blei statt wasserballast

Beitragvon segelklaus2 » Freitag 30. November 2018, 19:00

ich kann mir nicht vorstellen, dass durch dieses blei-beton-kunstharzgemisch irgendwas durchkommen kann, selbst wenn ich auflaufen würde, was ich auf der kieler förde nicht vorhabe.

aber mal ernsthaft, es gibt doch auch noch andere boote mit schwertkästen, oder kielkästen, da kann es an den übergangsstellen immer mal leckagen geben. sollte da ein zugängiger bereich nicht sehr viel beruhigender ;) sein ( ich hab da jetzt ne verschraubbare kontrollklappe und ganz hinten, sicherheitshalber, ne bilgenpumpe) als etwas, was nicht einsehbar ist :( ...
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