Deck unter dem Mastkoker weich

DirkHH
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Deck unter dem Mastkoker weich

Beitrag von DirkHH »

Hallo zusammen,

nach einer recht erfolgreichen ersten Saison mit meiner DY22 und etlichen kleinen Basteleien hatte ich schon Pläne für das Winterlager geschmiedet....

Wie da wären:
- Pantry Schrank mit Kühlfach und Kocher
- Neues E-Panel mit Landstrom
- BSH Beleuchtung
- Neue Heckstütze für den gelegten Mast incl. Vereinfachungen fürs Mastlegemanöver

Mit der Heckstütze bin ich schon angefangen, es paßte alles wie ich?s wollte :)
Mast legen über eine Talje vom Vorstag zur Bb Fockwinsch, den Jütbaum fix am Mast befestigt ? nur noch runter klappen und am Vorstag einhaken - Die Unterwanten mit Pelikanhaken ausgestattet, d.h. ohne Werkzeug zu lösen.
Baum abschlagen, Unterwanten lösen, Talje spannen, Jütbaum runterklappen, Vorstagbolzen entfernen und Mastlegen. Funktioniert prima!

Heute komme ich zu meinem Boot und sehe eine Pfütze im Bereich vor dem Kielkasten. Ich weiß das dort gerne mal ein bißchen Wasser steht. Ich habe die Vorschiffsluke im Verdacht und diese heute mit Klebeband zum Test von Außen abgeklebt. Beim Aufwischen des Wassers finde ich heraus das auch auf der Stb Seite in der Höhe der Bretter der Vorschiffskojen die Rumpfwand feucht ist. Mein erster Verdacht das die dort sitzenden Beschläge für die Wanten undicht sind bestätigte sich nicht. Mir schien als wenn das Wasser aus der Innendeckenschale kam. In diesem Bereich sitzen nur die Fallenumlenkrollen und der Stecker für die Mastverkabelung. Vor allen Dingen diesen Stecker hatte ich im Verdacht - der machte auch schon elektrisch Ärger.

Beim näheren Untersuchen der Bauteile traue ich meine Augen nicht:
Der hintere Bereich des Mastkokers liegt nicht mehr auf dem Deck auf!
Vorne ist das Deck direkt am Mastkoker stark gebogen - wenn auch nicht gerissen.
Die beiden hinteren Schrauben des Mastkokers anzuziehen mißlang - offenbar ausgerissen. Auch viel mir auf das sich der Koker im Bereich des Mastbolzens etwas auseinander bog. (nach Bb und Stb) Bei einem Blick über das Ganze viel mir auf das der Mastfuß ziemlich weit vorne herausstand und Mast und Koker nicht (mehr) parallel waren. Der Mastfuß sitzt im Koker auf.

Ich lege den Mast mit dem Spibaum wie von Dehler empfohlen. Da ich (bei losem Achterstag) sehr viel Zug am Vorstag benötige um den Vorstagsbolzen zu ziehen hatte ich bisher die Ober- und Unterwanten mühsam mit Werkzeug gelöst. Das habe ich mir erspart indem ich im die Unterwanten Pelikanhaken eingebaut habe. Die Oberwanten bleiben gespannt. Das Mastlegen geht dadurch viel einfacher.

Meine Frage an euch:
Könnte das nicht lösen der Oberwanten zu solch einem Schaden führen?

Das eine große Kraft nach vorne auf den Koker ausgeübt wird, wenn der Mast sich kurz vor der Horizontalen befindet ist mir klar. Ich befürchte jetzt faules Holz unter dem Mastkoker.... :( Bild :eek:
Jetzt slippe ich doch am nächsten Wochenende.
Ich werde weiter berichten.

Vielen Dank fürs lesen,
Dirk




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sailor
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Deck unter dem Mastkoker weich

Beitrag von sailor »

Hallo Dirk,
das Problem mit dem weichen Deck unter dem Mastkocker hatte ich auch schon. Wie ich das Problem löste habe schon mal im Detail beschrieben.
Übrigens dieses Problem wurde schon mehrmals beschrieben.

Mast stellen und legen mache ich auch immer mit eingestellten Wanten
dies ist nicht die Ursache.

Die Ursache ist die verrottete einlaminierte Sperrholzplatte unter dem Mastfuß.

Kondenswasser sammelt sich auch im Kielkasten. Da der Kielkasten nach vorn schräg abfällt sammelt sich dort das Kondensat und tropft
wenn der Kielkasten ,wie bei mir, nicht ganz dicht ist als braune Brühe auf
die Vorschiffspolster. Mit reichlich Sikaflex durch die Revisionsöffnung im
Kielkasten eingebracht habe ich dieses Übel beseitigt.
Gruß
sailor

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Dieter Horn
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Deck unter dem Mastkoker weich

Beitrag von Dieter Horn »

Hallo Dirk,
die Vermutung mit den großen Kräften beim Mastlegen über die verschiedenen Wanten ist (fast) richtig. Aber sobald der Mast sich ein wenig nach achtern bewegt hat, sind diese Kräfte nicht mehr vorhanden, weil die Püttings leicht achterlich vom Drehpunkt sitzen. Damit kommt das als Ursache nicht mehr in Frage. Der Fehler ist wohl eher von Dehler eingebaut und damit konstruktionsbedingt. Leider!

Gruß

Dieter

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Detlev
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Beitrag von Detlev »

Hallo Dirk,

kontrolliere mal das Loch im Mast, in dem der Steckboltzen aus dem Maststuhl sitzt. Dieses Loch ist original rund und sorgt mit seiner Lage dafür, daß der Mastfuß beim Stellen leicht in den Maststuhl rutscht und dann unten aufsitzt.
Bei häufigem Maststellen/Mastlegen arbeitet sich dieses Loch aus und die Maße stimmen nicht mehr. Ursache: Die Löcher im Mast haben keine Verstärkung. Das Aluminium kann bei dieser Wandstärke nur begrenzte Zeit halten. Danach entsteht zwangsläufig ein Langloch.
Wenn Du also ein Langloch hast, dann setzt der Mast beim Maststellen vor dem "Reinrutschen" mit der Fußplatte auf und blockiert vor Erreichen der Endstellung. Es werden durch den langen Hebel große Kräfte auf den Maststuhl übertragen. Der Maststuhl wird nach vorn gekippt. Im Extremfall bricht der Maststuhl achtern und hebt vom Deck ab.

Lösung: Bau einer Hülse im Mast, die das Ursprüngliche Maß (Mastfuß im Maststuhl) wieder gewährleistet.

Goodewind Ahoi!

Detlev


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DirkHH
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Beitrag von DirkHH »

Hallo zusammen,

ich war heute wieder bei meinem Boot (Ausräumen fürs Winterlager).
Da es seit gestern gut geregnet hat, konnte ich heute wieder eine Pfütze vorfinden. :(
Diesmal allerdings dreigeteilt: Ein paar Tropfen an der von Sailor beschriebenen Stelle unterhalb der Vorderkante des Kielkastens (auch oben an der Decke), unterhalb der Verriegelung der Vorschiffsluke (Diese Schrauben hatte ich nicht abgeklebt.) sowie dazwischen eine größere Pfütze die wieder von der Stb Wand kam. Evtl. ist das nur noch Restwasser aus dem Teppich den ein Vorbesitzer an den Rumpf geklebt hat.
Ich beobachte weiter.

Auch habe ich heute die Spannung aus dem Rick genommen und den Mastfuß mit eine Schraubzwinge in den Koker gezwungen. Das hat zur Folge das der Koker wieder seine normale Lage eingenommen hat.

Ich Danke euch für die Tips.
Ob ich ein Langloch im Mast habe weiß ich nicht. Beim Stellen nach dem Kauf hat mein Kumpel die Achse eingeschoben. Nächstes Wochenende weiß ich mehr, klingt für mich sehr wahrscheinlich....

Hab heute auch noch den Trailer flott gemacht: Ein Rücklicht und ein Blinker wollten nicht. Kontakte biegen und säubern. Zur Tanke und den Luftdruck erhöht. Auf den beiden Straßenräder stand "Max 55 PSI cold" -> OK ich habe dann so 50 PSI (3,4 Bar) aufgefüllt. Auf den Reifen des Slipwagens stand leider nichts, ich habe auf 3 Bar gefüllt. Beim Kauf waren die etwas mau. Habe mir auch vier neue in Großenbrode bestellt, doch die schnellsten sind die nicht gerade....
Na ja, dann werden sie halt nächstes Jahr zum Winterlager montiert.

Werde weiter berichten.

Viele Grüße,
Dirk

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Uli
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Beitrag von Uli »

Hallo Dirk,
stell doch mal Fotos von deinem Mastfuss ins Netz. Wie das geht siehst du hier:

Kopie meines Beitrags "Fotos euer Dehlya"

Dies ist eine Anleitung zum Einstellen von Bildern in die Forumsbeiträge.
Diese Anleitung stammt von einem User des "Yacht" - Forums.
Es ist wirklich einfach.
Versucht es mal. Wäre doch schön, wenn jeder sein "Schätzchen" hier zeigen würde. Ausserdem helfen Fotos bei eventuellen Problemen oft mehr als tausend geschriebene Worte.

ANLEITUNG:

Klickt auf diesen Link:

http://img1.imageshack.us/

Ihr klickt auf "Durchsuchen" und sucht auf Eurem Rechner das gewünschte Foto per Doppelklick aus.

Etwas tiefer steht ein Häkchen vor "resize image?"
Dort stellt Ihr die Größe 800 x 600 (15-inch monitor) ein.

Anschließend unten auf den Kasten "host it"" klicken.


Es dauert einen Moment, dann erhaltet Ihr eine Seite mit zahlreichen Links.

Ihr geht nach unten zu der Zeile (Hotlinks for forums 1) - nicht oben Hotlinks für Websites: dann werden die Bilder ganz klein!!!!!

Kopiert diesen Link und fügt ihn in euerern Beitrag ein.
Es erscheint dann das Foto.

Gruss
Uli, der sein Boot schon raus aus dem Wasser hat.

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segeln ist der feuchteste und kälteste Weg, 100-Euro-Scheine in der Luft zu zerreissen,
aber auch der Schönste !!
Dajan
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Beitrag von Dajan »

Die größten Kräfte treten beim Maststellen auf.
Wenn der Mast von der waagerechten Stellung an nur mit dem Legesystem gestellt wird.

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DirkHH
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Deck unter dem Mastkoker weich

Beitrag von DirkHH »

So hier nun zwei Fotos von dem Mist:

Bild

Bild

An die unter euch die schon mal diese Holzplatte ausgetauscht haben:
Habt ihr wieder Holz eingebaut oder seit ihr auf Alu umgestiegen?

Viele Grüße,
Dirk

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Detlev
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Deck unter dem Mastkoker weich

Beitrag von Detlev »

Hallo Dirk,

Du brauchst nicht weiter nach der Ursache zu suchen. Deine Fotos sind eindeutig. Dein Mast hat ein Langloch. Das passiert nicht von heute auf morgen. Aber irgendwann ist es dann soweit und der Mastfuß setzt vor dem Maststuhl auf und blockiert an dieser Stelle.

Normalerweise rutscht der Mast auf dem gewölbten Alu-Gußteil rein und steht dann unten im Maststuhl. Weil der Mast durch das im Laufe der Jahre entstandene Langloch jetzt aber vorher aufsetzt, klemmt er und kann sich nicht vollständig aufrichten. Du hast beim Maststellen (unabhängig von der Methode) einen beachtlichen Hebel, mit dem Du den Maststuhl zum Bug hin aushebelst.

Ich habe bei mir vor ein paar Jahren eine Doppeljütt mit einer Elektrowinde eingebaut. Leider wußte ich damals noch nichts über das "Langloch" im Mast. Der Schaden war somit vorprogrammiert und auch noch etwas dramatischer. Bei mir ist die Fußplatte am Maststuhl achtern gebrochen. Allerdings blieb dadurch das Deck ganz. Passiert ist das ganze im Hafen des Schweriner Segel Verein. Danach dann also 2 1/2 Wochen Urlaub inkl. Plauer See und Müritz mit gelegtem Mast.

Inzwischen weiß ich, daß viele Dehlya-Besitzer in meinem Wassersportrevier den Mast für den Steckbolzen mit einer durchgehenden Hülse aus Niro verstärkt haben. Damit ist dieses Problem dann für immer gelöst. In unserem Revier geht das auch garnicht anders. Mastlegen und Maststellen ist 50 bis 100 Mal in der Saison angesagt.

Noch eine Erfahrung: Immer, wenn etwas anders ist, als gewohnt (es geht schwerer, die Winde macht ein anderes Geräusch ...), dann ist etwas faul. Es reicht schon, wenn eine Wante hinter dem Tenak der Spraihood hängen bleibt.
Mann sollte dem ersten (meist unterbewußt unguten) Gefühl immer folgen, erstmal aufhören und sofort die Ursache suchen. Ich denke, bei Dir ging es ungewohnt schwer???

Ich habe auch mal ein paar Erfahrungen zum Mastlegen an das Forum weitergegeben. Du findest das über einen Link irgendwo auf der Startseite (nach unten blättern).

Ich drücke Dir die Daumen, daß alles mit geringem Aufwand repariert werden kann. Wenigstens ist es am Ende der Saison passiert.

Goodewind Ahoi!

Detlev

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DirkHH
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Deck unter dem Mastkoker weich

Beitrag von DirkHH »

Hi Detlev,

danke für die eindeutige Diagnose.
Da ich die Dehlya 22 erst im Juli gekauft habe und es von Anfang an so schwer ging, habe ich bisher keinen Vergleich gehabt. Das Mast stellen ging immer gleich gut / schlecht. :o

Na denn: Schwester, Skalpell! :D

Gruß Dirk

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