dr.sail hat geschrieben: ↑Freitag 16. Dezember 2022, 18:35
hallo zusammen,
ich teile Uli's Bedenken. Bereits vor ca. 20 Jahren habe ich mir auch mal eine Konstruktion überlegt, die einfach in der Handhabung, problemlos in der Lastverteilung, in einer der beiden Backskisten zu stauen ist und zudem noch bei gelegtem Mast ein Steuern des Schiffs ermöglichen sollte. Seit vielen Jahren funktioniert die Konstruktion zu meiner vollsten Zufriedenheit. Insbesondere der Lasteneintrag in den Cockpitboden ist völlig unproblematisch, da die Aluquerstrebe der Ruderanalge quasi wie eine riesige Unterlegscheibe wirkt.
Vor einigen Jahren habe ich die Konstruktion noch durch ein zusätzliches, abnehmbares ( Liegeplatz - ) Solarpanel ergänzt.
Letztendlich habe ich die serienmäßigen schwarzen Knebelschrauben aus Kunststoff, mit denen die Ruderanlage samt Schwimmkörper im Cockpitboden verschraubt wird, gelöst, mir massive Hülsen aus Alu drehen lassen, diese dann auf die querlaufende Alustrebe der Ruderanlage aufgesetzt und mit "" normalen " 11 er ( evtl. auch 13er ) VA - Gewinde - Schrauben, die in das bereits vorhandene Gewinde im Cockpitboden passen, wieder festgeschraubt. Lösen kann man die Schrauben mit einer ganz normalen Ratsche und entsprechendem Verlängerungsaufsatz. Die Hülsen verbleiben dauerhaft verschraubt auf der Alustrebe und stören dort auch nicht. Um die im Bedarfsfall eingesetzten Rohre der Baumstütze wackelfrei zu fixieren, habe ich noch ein Gewinde in die Hülsen eingebracht, so daß mit den entsprechenden aus VA gefrästen Rändelschrauben das Rohr der Maststütze entsprechend in den Hülsen fixiert werden kann. Gleichzeitig wird mit dieser Fixierung verhindert, daß z.B. bei Trailerfahrt und entsprechenden Schlaglöchern die Maststütze aus den Hülsen herausspringen kann - die Spuren wo mir dass einmal passiert ist, sieht man noch auf der Oberseite der Alustrebe.
Insofern sieht man mal, welche Kräfte während einer Trailerfahrt mit liegendem Mast dort allein durch Fahrbahnunebenheiten auftreten können. Seit dem sichere ich das ganze noch zusätzlich durch einen - im beigefügten Bild orangefarbenen - Spanngurt ab, der über den Mast geführt und durch die Einpickösen der Lifebelts gezogen wird. So wird der auf der Stütze auf einer PE - Rolle liegende Mast nach unten gezogen und sicher fixiert.
Um zu verhindern, dass sich in den Hülsen dauerhaft Wasser ansammelt, habe ich zudem Ablauflöcher in die Hülsen gebohrt, so daß die Hülsen quasi selbstlenzend - wie das gesamte Cockpit im Übrigen ja auch - sind.
Ansonsten war für mich wichtig, dass trotz montierter Maststütze die Pinne uneingeschränkt bedienbar bleibt und ggf. mit gelegtem Mast auch motort werden kann …
Beides ist wichtig wenn das Boot eingekrant wird und dann mit gelegtem Mast ggf. auch bei stehender Welle oder etwas mehr Wind an den endgültigen Liegeplatz verholt werden soll …
Letztes Jahr habe ich die gesamte Konstruktion einmal demontiert, weil ich die Ruderanlage ausgebaut habe als das Boot im Wasser lag - Ergebnis :
Alles i.O., insbesondere keine nennenswerte Kontaktkorrosion zwischen den Aluhülsen und den VA - Gewindeschrauben.
Anbei zeige ich mal ein paar Bilder ....
dr.sail
P.S. Auf dem letzten Bild sieht man noch einen 2. Einsatz für die Hülsen. Dieser dient als Basisträger für eine Konstruktion, mit der ich aus dem gesamten Cockpit ein durchgehende Liegefläche schaffen kann. Vor Anker liegend habe ich mich ein paar Mal darüber geärgert, dass die Sitzduchten des Cockpits so schmal sind, dass meine Schultern nicht vollflächig aufliegen und ich dies als unangenehm empfand. Aber diese Konstruktion habe ich schon einmal mit einem gesonderten Beitrag hier im Forum eingestellt.