Püttinge: Wie fest unter Deck die Muttern anziehen?

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sailor
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Registriert: Freitag 27. Oktober 2006, 14:14

Re: Püttinge: Wie fest unter Deck die Muttern anziehen?

Beitrag von sailor »

Hallo Miteinander,
der Bericht von dem Herrn Tiedemann ist fachlich korrekt.
Hallo Peter,
habe schon an mehreren Hochseeyachten das Rigg getrimmt
ohne dass es zu Schäden kam weil das Rigg falsch getrimmt war.
Habe aber im Gegenzug schon Regattaboote gesehen die nach
3 Regattasaisonen fertig waren weil wegen 2°mehr Höhe das
Rigg angeknallt wurde.
Haben an einer Jolle mal eine Schnur vom Bug zum Heck gespannt und
vor und nach dem Extremtrimm die Durchbiegung des Rumpfes gemessen.
Es waren exakt bei 6 m Rumpflänge 5 cm. Der Eigner dieses Bootes
schiebt es nach 2 Jahren ohnehin ab weil es weich gesegelt ist.
Habe mit meinem Riggtrimm die letzten Jahrzehnte am meinem
und anderen Booten ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht.

Gruß
sailor
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Dödel
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Re: Püttinge: Wie fest unter Deck die Muttern anziehen?

Beitrag von Dödel »

sailor hat geschrieben:Hallo Miteinander,
der Bericht von dem Herrn Tiedemann ist fachlich korrekt.
Hallo Peter,
habe schon ...
Lieber Sailor,

natürlich. Jetzt reißen sich alle um einen Gittermasten <img src="{SMILIES_PATH}/icon_e_biggrin.gif" alt=":D" title="
Zuletzt geändert von Dödel am Freitag 26. November 2010, 00:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Franz
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Re: Püttinge: Wie fest unter Deck die Muttern anziehen?

Beitrag von Franz »

Hallo allerseits,
bevor hier noch Verwirrung bzgl. meines Masttrimms entsteht, hier eine kurze Zusammenfassung wie ich das Rigg trimme:

- weitgehend nach der Anleitung von Dehler

- ich achte darauf das sich beide Gabelköpfe gleichmäßig in das Spannschloss eindrehen.

- ob der Mast nach Bb oder Stb verzogen ist, kontrolliere ich mittlerweile vom Vorschiff aus: ich liege auf dem Rücken mit dem Kopf unmittelbar am Mastkoker und beobachte die schmale Rille die längs des Mastes auf seiner Vorderseite entlang läuft. Hier erkenne ich sofort kleinste Änderungen an den Spannschlössern.

- das Durchsetzen des Achterstags bzgl. Abstand Großfall / Hinterkante Mast in Höhe der Saling um "2 Handbreit, ca. 20 cm" habe ich noch nie geschafft bzw. vorher aufgehört. So etwas tue ich meinem Boot nicht an. Bei ca. 15 cm höre ich auf das Achterstag durchzusetzen; dann kann ich mit dem Vorstag Gitarre spielen!

- ich messe die Wantenspannung nicht mit dem Zollstock sondern arbeite "nach Gefühl" ..., soll bedeuten, wenn ich vor dem Mast stehend jeweils beide Ober- bzw. Unterwanten mit "normalem Kraftaufwand" versuche zu bewegen, dann sollen die Oberwanten nicht mehr als ca. +/- 0,5 cm und die Unterwanten nicht mehr als +/- 1 cm auszulenken sein. Wie man sieht: rein subjektiv, nicht reproduzierbar aber bisher für mich völlig ausreichend.

Ansonsten:
Das Boot (Bj. `94) das ich 2006 erworben habe, ist nicht weich; es wurde bis 2006 kaum genutzt (127 sm), und stand zu 80% in einer Halle.
Was letztlich Ursache für das (nach meiner Einschätzung) zu lose Leewant war, ist mir nach wie vor nicht klar. Die Spannschlösser waren gekontert <img src="{SMILIES_PATH}/icon_e_smile.gif" alt=":)" title="L
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Dödel
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Re: Püttinge: Wie fest unter Deck die Muttern anziehen?

Beitrag von Dödel »

Hallo Franz,

das kann ich Dir sagen, warum Du verwirrt bist: Durch Halbwissen werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wird das nicht aufgeklärt, beginnt man zu kapitulieren.

Das beginnt schon damit, daß Bedingungen für ein Toprigg mit ungepfeilten Salingen mit Bedingungen für ein Fraktionalrigg mit gepfeilten Salingen nicht auseinander gehalten wird. Das setzt sich darin fort, daß die Steifigkeit/ Flexibilität von Alumastenprofilen zu Gittermasten aus Unkenntnis nicht auseinander gehalten wird und schließt damit, daß jahrelang oder häufig ausgeübte Fehler als richtig erklärt werden.

Die Beschreibung der Wantenspannung und der damit verbundene Verlauf der Mastkeep bezieht sich auf den Zustand wenn das Schiff krängt. Bei losem Leewant wird die Keep niemals gerade kommen. Es sei denn das Luv-Unterwant incl. Pütting wird überbeansprucht. Nicht im Stand sondern später, bei Lage.

Ist das Lee-Want lose, dann ist bei einem Fraktionalrigg (7/8) mit gepfeilten Salingen etwas faul.
Das kann bei Lage gerade an der Grenze sein, oder schlimmer: bereits frühzeitig beginnen. Denn Bezeichnungen wie "handwarm" und lose sind nicht doll bewertbar und führt bei unterschiedlichem Wissen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Lose bedeutet jedenfalls beim DY-Rigg: Ein Tick zu wenig. Es sei denn, die DY wurde als Kanal-Motorboot in Rente geschickt.


Peter
Zuletzt geändert von Dödel am Freitag 5. November 2010, 09:09, insgesamt 1-mal geändert.
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sailor
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Re: Püttinge: Wie fest unter Deck die Muttern anziehen?

Beitrag von sailor »

Hallo Miteinander,
bleiben wir mal bei der Dehlya mit 7/8 Rigg
und ohne Gittermast.
Die Vorstagslänge ist bei der Dehlya normalerweise vorgegeben.
Wenn der Mast steht messe ich (bei gleichlangen Wanten BB + STB)
mit dem Meterstab den Abstand zu den Püttinge somit stelle ich den
Mast senkrecht auf das Deck.
Dann spanne ich das Achterstag so stark an bis sich eine Mastbiegung
von ca 1 Mastprofiltiefe ergibt gemessen mit dem gespannten Grossfall.
Als nächstes drehe die Wantenspanner handwarm fest (d.h.ohne zu hilfenahme
eines Werkzeugs).
Als nächstes löse ich das Achterstag und ziehe mit den Unterwanten die Biegung
aus dem Mast.
Durch einen Blick entlang der Mastkeep kontrolliere ob der Mast(?) gerade ist
Ggf durch nachdrehen oder lösen der Wantenspanner Mast ausrichten.
Zum Schluss werden die Wantenspanner gekontert.
Und bei diesem Masttrimm ergibt sich auf den Leewanten eine leichte Lose.
Und wenn ich bei stärkerem Wind das Achterstag anziehe ergibt sich auf Lee
noch etwas mehr lose.
So nun soll jeder sein Rigg trimmen wie ihm beliebt ich für meinen Fall fahre beim
7/8 Rigg meiner D22 seit 12 Jahren gut damit !!!

Gruß
sailor
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