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Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Sonntag 11. April 2010, 17:37
von stricki3
Hallo, liebe Dehlyaner,
hat jemand eine Ahnung, welchen Durchmesser die Öffnung des Wasserballasttanks hat? Ich möchte sie gern einmal mit einem Stopfen verschließen, um zu probieren, wie es sich ohne Ballastwasser segelt. Es ist ja schon sooo viel darüber diskuttiert worden ...
Gruß
Ludger

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Sonntag 11. April 2010, 18:50
von Dödel
Hallo Stricki,

eine Blechplatte sollte es schon sein, das Ventil hat am Ausgang ein Schmutzsieb.
Wenn Du den Tank dauerhaft trocken legen willst überlege Dir zusätzliche Verstärkungen im Unterwasserbereich, denn der Tank ist dann nach oben hin offen.


Peter

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 12. April 2010, 08:51
von sailor
Hallo Ludger,
der Durchmesser beträgt 30 mm.
Aber bereits nach 2 oder 3 mm kommt das Sieb.
Das heist Du kannst keinen Stöpsel reinstecken.

Ich persönlich lehne jede Manipulation an relevanten Teilen
des Bootes ab und dazu gehört auch der Wasserbalast der
das verhalten des Bootes bei einfallenden Böen erheblich
auf Kosten der Sicherheit verändert.

Gruß
sailor

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 12. April 2010, 10:35
von Uli
HAllo Ludger,
den Wasserballasttank "mal eben so " mit einem Korken schliessen funktioniert nicht.
Es wird Wasser über das Loch des Bowdenzugs vom Ventil in den Wasserballasttank einlaufen.
Ausserdem müssen nicht alle Nähte zwischen Kielkasten und Wasserballasttank komplett dicht sein.
Deswegen laminiert Theo Kordt bei "dauerhaften" Wasserballasttankverschluss sämtliche Nähte im Inneren des Kielkastens über und laminiert auch das Loch des Bowdenzugs vom Wasserballastventil zu.
Erst dann ist dieser Bereich dauerhaft dicht.
Um die Dichtigkeit zu überprüfen, füllt Theo Kordt im Rahmen dieser Verschlussarbeiten sogar den kompletten Kielkasten mit Wasser auf und überprüft die Dichtigkeit.

Viele Grüsse
Uli

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 12. April 2010, 12:24
von stricki3
Hallo Uli,
zunächst einmal: Ich habe am WE mit Klaus unsere Hitschi-Flitschi nach Holland gebracht und dabei Deine alte Genua getestet. Sie steht und zieht prima! Vielen Dank!
Zum Wasserballast: Der Zug müsste doch eigentlich innerhalb des Tanks verlaufen und von dort in den Kielkasten laufen, oder? Jedenfalls hat er doch sicher keinen Durchbruch nach außen! Wenn ich mal davon ausgehe, dass die Nähte zum Kielkasten dicht sind, dann müsste es doch reichen, das einzige "Loch" im Schiff, den Auslauf des Wasserballastventils, zu verschließen, um das Wasser aus dem Tank zu halten, oder? Vielleicht wäre es doch einen Versuch wert, dort probeweise ein Stück Blech oder Kunststoff aufzukleben. Welches Risiko gehe ich damit ein? Eine solche Manipulation wäre doch voll reversibel.
Einen freundlichen Gruß
Ludger

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 12. April 2010, 12:29
von stricki3
Hallo Sailor,
danke für Deine Antwort! Ich kenne natürlich die ganze Diskussion um das Thema Wasserballast und auch Deine Meinung dazu. Grundsätzlich denke ich auch, dass die Konstrukteure sich etwas dabei gedacht haben. Aber ich weiß auch von den positiven Erfahrungen, die z.B. Uli mit einem zulaminierten Tank gemacht hat. Deshalb bin ich einfach neugierig, einmal selbst zu experimentieren.
Gruß
Ludger

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 12. April 2010, 20:02
von Detlev
Hallo Ludger,

der Wasserballast ist vermutlich "die unendliche Geschichte" im Forum. Was möchtest Du mit Deinem Experiment erreichen? Das Ergebnis ist doch bereits jetzt klar. Das Boot ist um viele Kg leichter, also segelt es unter "normalen" Bedingungen auch deutlich schneller. Es gibt nur ein Problem: Du hast keine Garantie für "normale Bedingungen".

Auf der Startseite des Forums haben wir vor einiger Zeit eine komplette Artikelserie zur Kentersicherheit von Yachten zum Download hinterlegt (noch einmal danke an die Yacht-Redaktion!). Hier wird aus Sicht von Theorie und Praxis sehr anschaulich über das Thema Ballast berichtet. Diese Artikelserie ist unbedingt lesenswert und vermittelt fundierte Kenntnisse zum Thema.

Meine Schlußfolgerung (auch und gerade in Kenntnis dieser Artikelserie): Ich reduziere die Sicherheitsreserve meiner Dehlya nicht! Der Ballast bleibt also so, wie er für mein Boot vorgesehen worden ist. Für dieses Stück Sicherheit nehme ich auch gern in Kauf, daß ich vielleicht einen Knoten langsamer segle, als wenn der Ballasttank trocken wäre. Ich habe ja auch kein Regattaschiff, bei dem es nur darum geht, Urkunden und Preisgelder zu erringen. Ich fahre auch mal bei einer Regatta mit und freue mich über jedes Boot, das ich hinter mir lassen konnte. Hauptzweck ist aber der Ausflug am Wochenende und ein toller Urlaubstörn. Und da mochte ich weiterhin sicher sein, daß mein Boot in jeder Situation eine gute Sicherheitsreserve hat. Eine Kenterung möchte ich mir und meiner Frau nicht zumuten müssen.

Alternativ könnte man übrigens (beispielsweise und hypothetisch) auch den Mast um 2 Meter verlängern und ein paar Quadratmeter Segel hinzufügen. Kein Mensch würde glauben, daß durch diese Änderung keine Beeinträchtigung der Kentersicherheit oder der Sicherheit allgemein entsteht. Eigentlich aber ist es (aus Sicht des Schiffes) das gleiche wie die Reduzierung des Ballast .....

Goodewind Ahoi!

Detlev

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 12. April 2010, 21:59
von Uli
Hallo Stricki,
ich will an dieser Stelle keine neue Diskussion zum Thema pro oder contra Wasserballast lostreten.
ZUm Thema "provisorischer" Verschluss schau dir doch bitte nochmals die Schnittfotos der Dehlya 22 an, die Sailor in s Netz gestellt hat. Dort siehst du den Verlauf des Bowdenzugs und kannst auch erkennen, dass dieser "keine" Abdichtung zum Ballasttank hat, die hermetisch dicht ist.
Sailorhat mir damals auch wesentlich höher aufgelöste Fotos zugemailt, dort ist der Verlauf besser zu erkennen.

GGF. sende mir doch nochmal deine Miladresse, dann sende ich dir die Fotos zu.


Viele Grüsse
Uli

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 19. April 2010, 13:10
von kabel69
Wo soll denn das Wasser reinkommen? Der Bowdenzug geht doch ins Innere und nicht nach außen. Wenn der Wassereinlass zugemacht wird, kommt kein Wasser mehr in den Tank, wenn der Rumpf sonst unversehrt ist.

Re: Wasserballastventil Durchmesser

Verfasst: Montag 19. April 2010, 21:40
von Uli
Hallo,
dieser Gedanke ist leider falsch.
Die Naht zwischen Kielkasten und Wasserballasttank ist der erste Schwachpunkt.
Diese Naht muss nicht dicht sein, da sie ja in den Ballsttank hineinleckt.
Der zweite Punkt: der Bowdenzug geht im unteren Teil des Kielkastens in den Ballasttank hinein und von dort zum Ballasttankventil.
Dieser Durchbruch des Bowdenzugs ist nicht hermetisch dicht, muss er im Normalfall auch nicht sein.

Der interessierte Forumsleser weiss, dass ich meinen Wasserballasttank von Theo Kordt verschliessen lassen habe.
Theo Kordt hat den Bowdenzug komplett ausgebaut und den Durchgang des Zugs in den Wasserballasttank durch Überlaminieren geschlossen und dass Loch vom Kielkasten in den Ballasttank ebenfalls mehrfach überlaminiert.
Ebenso wurde der Kiel komplett ausgebaut und alle Nahtstellen des Kielkastens gereinigt, geschliffen und überlaminiert. So waren diese
potentiellen "Undichtmöglichkeiten" auch verschlossen.
Dann wurde auch das Ballasttankventil selbst verschlossen.
Zur Kontrolle der Dichtigkeit des Kielkastens füllt Theo Kordt den Kielkasten (bei ausgebautem Kiel) Mithilfe eines Gartenschlauchs und einem provisorischen Dichtung an der Unterseite des Kielkastens mit Wasser auf . Im Salon werden drei Öffnungen zur Kontrolle geschnitten.
2 kreisrunde Inspektionsdeckel kommen rechts und links vom Kielkasten rein (dort wo an Backbord der Porta Potti steht) sowie eine dritte, ca 15 x 15 cm breite Öffnung mitten im Salonboden.
Schaut euch die Fotos in meiner Galerie an ('Dehlya Uli)

Viele Grüsse

Uli