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Hubkiel

Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2015, 21:25
von Ingo Thiele
Hallo,
ich habe eine ungewöhnliche Frage.
Aus welchem Material ist der Hubkiel?
Problem:
Unser Revier: Steinhuder Meer ist nicht besonders tief, ergo: den Kiel kann ich nicht gänzlich ausfahren. Das nimmt aber etwas Stabilität.#
Ich denke nun darüber nach, mir einen Kiel maximal 80 cm bauen zu lassen, um diesen dann (bei gleichem Gewicht oder mehr) voll ausfahren zu können.
Vg
Ingo

Re: Hubkiel

Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2015, 22:09
von kabel69
Wenn dein Kiel nicht ganz ausgefahren ist, befindet sich noch einiges Gewicht oberhalb der Wasserlinie. Wird der Kiel entsprechned gekürzt und kann dann voll ausgefahren werden, ist das Gewicht oberhalb der Wasserlinie geringer geworden und das Boot stabiler. Oder Kiel kürzen und unten eine Kielbombe anbringen. Hatte hier der User Fayd schonmal mit Bildern beschrieben.

Gerald

Re: Hubkiel

Verfasst: Donnerstag 22. Oktober 2015, 23:03
von Detlev
Hallo Ingo,
ich glaube nicht, daß Aufwand und Nutzen für dieses Vorhaben in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Ich selbst würde auf jeden Fall alles so lassen, wie es ist. Wenn ich mir mal in einem nicht ganz vertrauiten Revier nicht sicher bin, wie tief es überall ist, dann bleibt der Kiel eben weiter oben ... das ist nicht schlimm. Ohne Klappruder hätte ich ein Handycap, den Kiel kann ich einfach weiter oben lassen. Es ist eben nicht jeden Tag Regatta ... und ein paar Grad weniger Höhe sind auch nicht tragisch.
Und noch was ... wenn Du mal ein anderes Boot fahren willst, dann hast Du dem potenziellen Erwerber Deiner Dehlya einiges zu erklären. Ich würde ein (dann) "kaputtes" Boot wohl nicht kaufen wollen. Da kann aber jeder gern anderer Meinung sein ...

Goodewind Ahoi!
Detlev

Re: Hubkiel

Verfasst: Freitag 23. Oktober 2015, 04:58
von Ingo Thiele
Guten Morgen !
Danke für die Antworten.
Gerald beschreibt mein Problem sehr gut.
Es geht mir um die Stabilität. Ich will den Originalkiel auch nicht kürzen, sondern mir nötigenfalls einen anfertigen lassen.

@ Detlev: Genau das ist ja mein Problem, dass ich den Kiel NIE ganz ausfahren kann. Im günstigsten Fall (Frühjahr) kann ich auf 1 m Tiefe gehen. Im Herbst liege ich bei 0,8 m. Das ist dann so, als würde ich eine Jolle betreten.

Vielleicht gibt es ja auch andere Optionen, dass ich mehr Gewicht unterhalb der Wasserlinie bekomme.
viele Grüße
Ingo

Re: Hubkiel

Verfasst: Freitag 23. Oktober 2015, 07:53
von kabel69
Detlev hat geschrieben: Und noch was ... wenn Du mal ein anderes Boot fahren willst, dann hast Du dem potenziellen Erwerber Deiner Dehlya einiges zu erklären. Ich würde ein (dann) "kaputtes" Boot wohl nicht kaufen wollen.
Mich würde nicht interssieren wer mein Boot wie findet wenn ich es verkaufen würde, wenn ich nicht in nächster Zeit vorhabe es tatsächlich zu veräußern. Wichtig finde ich vielmehr, dass ich mit dem Boot zufrieden bin während der vielen Jahre, die ich es besitze. Die Boote sind keine Wertanlagen und aufgrund der "überalterten" Seglerschaft werden zukünftig noch sehr viel mehr Boote auf den Markt geschwemmt. Und wenn die Diagnose Osmose festgestellt wird, sind alle vorherigen Pflegemaßnahmen und Rücksichtnahmen auf die Originalsubstanz in Bezug auf den Verkaufspreis eh für die Katz. Beim Segelsport brauch man nicht zu rechnen anzufangen, wenn einem das Geld wichtig ist.

Für mich ist die Dehlya nach wie vor das beste Konzept, was der Markt so hergibt. Auf aktuellen Messen bin ich erstaunt, wie schlecht die neuen Segelboote so daherkommen. Mein Fazit: lieblos und einfallslos. Entweder billig aus Polen unter sträflicher Missachtung der Segeleigenschaften oder aufgrund von Extras so teuer, dass man Preise jenseits der 40.000 € Grenze aufruft (ohne Trailer und Motor). Die Kajüten haben entweder Stehhöhe für 1,90 Meter große Leute mit extra Klo oder Schlupfkabinen ohne ein Stück Holz im Ausbau. So gute Kompromisse aus Allem wie bei der Dehlya findet man kaum noch. Die moderen, hinten offenen Cockpits mit geteilten Sitzbänken gefallen mir schon lange nicht mehr. Warum sind die hinten offen? "Ist gerade Mode" hört man dann. Naja, ich bin noch nie der Mode hinterhergesprungen, vielleicht bin ich da ein Einzelfall.

@ Ingo:

Die Frage stellt sich natürlich, ob nicht ein ausschließlich auf dem Steinhuder Meer genutztes Segelboot vielleicht lieber eines mit original Tandemkiel mit geringem Tiefgang sein sollte? So segelt das Boot immer optimal und schnell. Was kostet es einen 2. Kiel anfertigen und einbauen zu lassen?

Wenn aber die Dehlya sonst das Traumboot ist, könnte man sicherlich den oberen breiten Stummelkiel von innen mit Blei füllen. Dazu muss der Kajütboden geöffnet werden. Habe ich auch schon gemacht und dann wieder mit Epoxid zulaminiert. Diese Stelle ist jetzt stabiler als der restliche Kajütboden. Dein Vorhaben ist allerdings auch mit viel Aufwand verbunden.

Gruß, Gerald

Re: Hubkiel

Verfasst: Freitag 23. Oktober 2015, 16:41
von Ingo Thiele
Hallo Gerald,
was das kostet weiß ich nicht. Die Idee, den Ballast zu füllen hatte ich auch schon. Dann die Idee den Kiel mit weiterem Eisen zu beschweren.
Optimal erschien mir der Nachbau eines kürzeren Hubkiels. Ob das überhaupt geht, weiß ich nicht .
Ich werde mal FSA fragen. Vielleicht haben sie ja schon mal ähnliches gehabt.
Ventix berichtete mir mal, dass in jedem Fall bei ausgefahrenen Kiel das Boot stabiler ist. Glaub ich auch, denn bei Kiel über WL verlagert sich mehr Gewicht nach Stb oder Bb. .... zumal ich nun auch kein Leichtgewicht bin :-(
Die Dehlya ist sonst super. Ich suche zwar immer noch nach was anderem .... aber bis jetzt gab es noch nichts auf dem Markt ;-) Dehlya setzt halt doch Ansprüche :-)
Falls also noch jemand eine Idee hat .... her damit ..... der Winter ist lang :-)
VG
Ingo

Re: Hubkiel

Verfasst: Freitag 23. Oktober 2015, 19:47
von Detlev
Ich hatte mit meiner Bemerkung auf einen evtl. Verkauf nicht den Preis im Auge. Wenn das Boot mal in ein Segelrevier mit genügend Wassertiefe kommt, dann wäre ein gekürzter Kiel vermutlich nicht optimal.

In meinem Revier fahre ich oft mit 1/3 oder 2/3 Kiel und sehe das nicht so dramatisch. Im Stand ist der Kiel immer oben oder auf 1/3, das führt aber nicht dazu, daß ich mich wie auf einer Jolle fühle. Beim Gang auf Deck im Stand kann ich keinen wirklich spührbaren Unterschied feststellen. Das mag aber jeder anders empfinden.

Goodewind Ahoi!
Detlev

Re: Hubkiel

Verfasst: Freitag 23. Oktober 2015, 20:56
von Ingo Thiele
@ Detlev: wie ich schon schrieb...... ich selber sorge auch für Ballast :-)