Hallo Ventix,
ich muß mal 2 Fragen stellen:
Besitzt Du den 24V-Motor bereits oder bist Du noch handlungsfähig bezüglich 12 Volt Betriebsspannung an Stelle von 24 Volt?
Was hast Du für eine Kühlbox (Kompressor oder Stromfresser?)
Technisch ist sicher alles mögliche machbar. Ich hätte aber große Bedenken, mir auf dem Boot ein paralleles Bordnetz mit 12 und 24 Volt aufzubauen.
Für die Torqueedo-Motore werden auch ordentliche Leistungsaufnahmen (ab 2 KW) angegeben. Das ist schon eine ganze Menge für eine Bordbatterie. Der Preis (AWN ab 2199 Euro) ist auch ganz schön heftig.
Nun zu meiner DY25:
Mein Bordnetz (12 Volt) hat 2 Batterien, ein fest installiertes Ladegerät mit Landstromanschluß und Ladung über den Einbaudiesel (25A). Es gibt auch ein Solarpaneel. Das ist aber in Bezug auf die Gesamt-Energiebilanz in der Praxis eher vernachlässigbar. Zwei Stunden Maschinenfahrt am Tag bringen aber bei laufendem Kühlschrank usw. voll geladene Batterien.
Beim Ladegerät würde ich auf jeden Fall etwas "besseres" nehmen (kein einfaches Ladegerät für KFZ!!!), ggf. auch mit separatem Ausgang für 2 Batterien. Ich selbst nutze seit vielen Jahren ein fest eingebautes mobitronic 912-012 (12V / 12A) mit einem Ladeausgang und IUoU-Kennlinie. Das Gerät versorgt bei Anschluß an Landstrom auch die Bordelektrik (Licht, Kompressorkühlbox ...). Ich habe auch einen Temperaturfühler eingebaut und kann das Gerät in der Woche angeschlossen lassen. Entsprechend dem Ladezustand regelt es sich dann runter.
Das Lademanagement für die beiden Batterien erfolgt über ein LEAB SP-Trennrelais 1315. Dieses Gerät steuert die Ladereihenfolge Verbraucherbatterie / Starterbatterie bei den möglichen Ladequellen. Im Gegensatz zu Trenndioden gibt es keinen Spannungsverlust. Weiterhin ist eine ungewollte Zusammenschaltung (wie es bei Handschaltern möglich ist) ausgeschlossen.
Du solltest auch bedenken, daß der Ladestrom aus einem Außenborder nicht sehr groß ist. Er wird Dich bei Betrieb einer Kühlbox nicht unabhängig vom Landstrom machen.
Ich würde neben der Fragestellung im Forum auch mal im Heimatrevier aktiv Erkundigungen einziehen. Wenn bei Euch Verbrennungsmotoren tabu sind, dann wird es auch viele praktikable Lösungen und Erfahrungen bei vergleichbaren Schiffen geben.
Meine Dehlya 25 lag vor meinem Kauf ebenfalls am Steinhuder Meer. Der 12-Volt E-Motor und die 3. im Boot verbaute Batterie (ca. 100 Ah) waren dann auch das erste, was ich vom Boot entfernt habe. Vom Voreigner weiß ich, daß dieser Antrieb bei etwas mehr Wind ohnehin nicht zur sicheren Fahrt in den Hafen getaugt hat. Jetzt verrichtet er treue Dienste an einem Angelkahn.
Ich würde auch mal einen versierten KFZ-Elektriker zu Rate ziehen. Vielleicht gibt es da gute Lösungen (evtl. auch aus dem Bereich Caravan).
Weiterhin gilt immer:
Lieber den Querschnitt eine Stufe höher auswählen, als zu knapp. Das teuerste an der Installation ist die Arbeit. Ein paar Euro gespartes Geld an dünneren (oder nur schlechteren) Kabeln lohnt nicht.
Oft führt zu dünnes Kabel sogar dazu, daß ein Gerät überhaupt nicht mehr arbeitet (z.B. Kompressor-Kühlbox mit spannungsabhängiger Abschaltautomatik).
Falls Du noch zur Bootsmesse fährst, dann ist Waeco eine gute Adresse für Fragen.
http://www.waeco.com/de/
Viel Spaß beim Tüfteln, Planen und Basteln!
Goodewind Ahoi!
Detlev
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... der Weg ist das Ziel ...
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